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Erste Hilfe – was ist zu tun?

Anja

Anlässlich des „Tag der Ersten Hilfe“ am 8. September dreht sich in diesem Blog-Beitrag alles rund um dieses Thema. Beinahe täglich hören wir in den Medien von schweren Unfällen. Stellen Sie sich vor, Sie sind der erste an der Unfallstelle – wüssten Sie was zu tun ist?

Die Gesetzeslage

Viel zu oft kommt es vor, dass nach einem Unfall, trotz zahlreicher Menschen vor Ort, niemand Erste Hilfe leistet. Chefarzt Dr. Wolfgang Schreiber vom Österreichischen Roten Kreuz meint: „Niemand kann für einen schlecht angelegten Verband zur Verantwortung gezogen werden. Wer aber bei einem Unglücksfall nicht die notwendige Hilfe leistet, macht sich strafbar.” Die Lage ist ganz klar im Strafgesetzbuch unter „Im-Stich-Lassen eines Verletzten“ oder „Unterlassung der Hilfeleistung“ geregelt. Einzige Ausnahme: „Gefahr für Leib und Leben des Ersthelfers“ – in diesem Fall muss nur ein nur ein Notruf abgesetzt werden. Sich selbst in Lebensgefahr zu begeben wird von niemandem erwartet, dennoch ist es das schlimmste gar keine Maßnahmen zu ergreifen. Auch falsche Maßnahmen sind laut Gesetz nicht strafbar, wenn diese nach bestem Wissen und Gewissen durchgeführt wurden.

Die wichtigsten Basismaßnahmen

  1. Eigenschutz

Vergewissern Sie sich, dass Sie sich als Ersthelfer nicht selbst in Gefahr bringen. Falls Gefahr besteht, setzten Sie auf jeden Fall einen Notruf ab. Sichern Sie die Unfallstelle ab.

  1. Notfallcheck und lebensrettende Sofortmaßnahmen
  • Bewusstsein kontrollieren:

Den Verunglückten ansprechen. Erfolgt keine Reaktion können Sie diesen sanft schütteln. Gibt es erneut keine Reaktion, überprüfen Sie als nächstes die Atmung.

  • Atmung überprüfen:

Dies erfolgt durch Hören, Fühlen und Blick auf den Brustkorb. Atmet der Verunglückte bringen Sie ihn in die stabile Seitenlage und kontaktieren Sie den Notruf.

  • Herzdruckmassage:

Atmet die Person nicht, zuerst den Krankenwagen rufen und dann mit der Herzdruckmassage beginnen. Dazu in der Mitte des Brustkorbs ca. 5 cm tief eindrücken. Bei Erwachsenen mit beiden Händen, bei Kindern mit einer Hand und bei Säuglingen mit 2 Fingern. Diesen Vorgang sollten Sie dreißigmal wiederholen.

  • Beatmung:

Nach der Herzdruckmassage müssen Sie das Opfer zweimal beatmen. Dazu den Kopf überstrecken, die Nasenlöcher zuhalten und die Luft in den Mund blasen. Danach wieder von vorne beginnen.

  • Sollten Sie einen Defibrillator zur Hand haben, können Sie diesen anwenden. Die meisten Geräte leiten Sie dazu schrittweise an.
  • Blutungen stoppen:

Starke Blutungen können Sie durch Druck auf die Wunde oder einen Druckverband stoppen. Lagern Sie außerdem die verletzte höher als den restlichen Körper wenn möglich.

  • Schlaganfall:

Bei Verdacht auf einen Schlaganfall führen Sie den FACE Test: Ist das Gesicht gelähmt? / Können beider Arme gehoben werden? / Kann ein einfacher Satz wiederholt werden?. Trifft einer dieser Punkt zu, wählen Sie den Notruf.

  • Herzinfarkt:

Befolgen Sie die obengenannten Maßnahmen und lagern Sie zusätzlich den Oberkörper des Opfers hoch. Vergessen Sie nicht den Notruf zu kontaktieren.

  • Hitzeschlag:

Anzeichen sind ein roter Kopf, Übelkeit und Kopfschmerzen. Bringen Sie das Opfer sofort in den Schatten und machen Sie kühle Umschläge für den Kopf. Tritt keine Besserung ein, rufen Sie den Notarzt an.

  • Knochen- und Gelenksverletzungen

Die verletzten Gliedmaßen sollten bequem gelagert werden. Bei Schwellungen können kühle Umschläge helfen. Danach ab ins Krankenhaus.

  • Kreislaufkollaps

Lagern Sie die Beine des Betroffenen hoch, wenn dieser ansprechbar ist. Ist die Person ohnmächtig, bringen Sie diese in die stabile Seitenlage und setzen Sie einen Notruf ab.

  • Krampfanfälle

Werden Sie Zeuge eines Krampfanfalles, entfernen Sie sofort gefährdende Gegenstände und beobachten Sie die Atmung. Warten Sie das Eintreffen der Rettungskräfte ab.

  • Rettungsgriff

Ist eine Person beispielsweise im Auto ohnmächtig geworden, kommt der Rautek-Rettungsgriff zum Einsatz. Umfassen Sie dazu von hinten einen Unterarm des Verletzten. Achten Sie darauf, dass die Füße nicht eingeklemmt sind und ziehen Sie die Person aus dem Auto.

  • Unterzuckerung

Ist ein Diabetiker unterzuckert, verabreichen Sie diesem am besten zuckerhaltige Getränke oder Traubenzucker. Um einen Kreislaufzusammenbruch zu verhindern, lagern Sie die Beine der Person hoch.

  • Verbrennungen

Kühlen Sie die Wunde mit handwarmem Wasser in den ersten 10 Minuten nach dem Unfall. Legen Sie eine keimfreie Mullbinde aus dem Verbandskasten auf und warten Sie auf die Rettungskräfte.

  • Vergiftung

Bei einer Vergiftung durch Substanzen, entfernen Sie Rückstände aus dem Mund. Kennen Sie das Gift, rufen Sie die Vergiftungszentrale (01/406 43 43) und die Rettung an und befolgen deren Anweisungen während Sie warten. Bringen Sie die betroffene Person in die stabile Seitenlage. Bei einer Vergiftung durch Gase, verlassen Sie sofort die Gefahrenzone und setzen einen Notruf ab.

  • Erstickungsgefahr

Bemerken Sie, dass jemand keine Luft mehr bekommt, weil ein Fremdkörper die Atemwege blockiert, handeln Sie sofort. Beugen Sie die Person vornüber und schlagen Sie fünfmal mit der flachen Hand zwischen die Schulterblätter. Tritt keine Besserung ein, führen Sie den Heimlich-Handgriff durch. Legen Sie dazu eine Faust von hinten zwischen den Bereich zwischen Bauchnabel und Rippenanfang beim Betroffenen. Ziehen Sie die Faust nun ruckartig mit Ihrer anderen Hand zu sich und nach oben. Führen Sie diesen Vorgang bis zu fünfmal durch und gehen Sie dann wieder dazu über zwischen die Schulterblätter zu schlagen. Der Heimlich-Handgriff darf nicht bei Säuglingen angewendet werden. Ebenso muss nach dem Heimlich-Handgriff unbedingt ein Arzt aufgesucht werden, weil es zu inneren Verletzungen kommen kann.

Notruf absetzen

Haben Sie die Notrufnummern im Kopf? Ein paar Tipps, wie Sie sich die Nummern besser merken können:

  • Die Rettung hat die Nummer 144 – die Eselsbrücke: die 4 sieht wie ein Rollstuhl aus.
  • Wählen Sie 133, sprechen sie mit der Polizei – die 3 sieht wie eine Handschelle aus.
  • Mit der 122 erreichen Sie die Feuerwehr. Merkt man sich ganz einfach, weil die 2 wie ein Feuerwehrschlauch ausschaut.

Müssen Sie einen Notruf absetzen sollten Sie in jedem Fall angeben WO der Unfall passiert ist, WAS passiert ist, WER anruft und WIE VIELE Personen involviert sind.

Wichtig: Legen Sie nicht auf, der Mitarbeiter in der Zentrale wird das Gespräch beenden sobald er alle notwendigen Informationen hat

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Veröffentlicht unter GESUNDHEIT

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