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Achtung: Laute Musik kann den Ohren schaden!

Anja

Achten Sie auf Ihre Ohren!

Diese Warnung gilt nicht nur für die Generation 50+, sondern schon in jungen Jahren. Denn durch wiederholte Überlastung können bleibende Gehörschäden entstehen. Zum Beispiel beim Besuch von Festivals und Konzerten, oder beim Hören lauter Musik über Kopfhörer.

Lesen Sie hier alles über die Risiken – und wie Sie Ihr Gehör schützen können.

Was geschieht eigentlich im Ohr?

In unserem Innenohr befinden sich sogenannte Sinneshärchen, die Schwingungen in elektrische Impulse und chemische Signalstoffe umwandeln. Diese werden vom Hörnerv direkt an unser Gehirn geleitet. Eine höhere Lautstärke übt mehr Schalldruck und dadurch mehr Bewegungsauslenkung auf die Sinneshärchen aus, was man sich wie starke Windböen vorstellen kann, die einen Baum beuteln.

Wenn der “Wind” zu stark ist, knicken die Härchen und können ihre Funktion nicht mehr erfüllen. Das bedeutet, dass sie die Tonhöhe nicht mehr erfassen können. Achtung! Dieser Funktionsverlust kann nie wieder rückgängig gemacht werden, die Sinneshärchen können sich nicht selbst regenerieren.

Die Zahl der funktionstüchtigen Härchen nimmt im Laufe unseres Lebens durch Abnützung zwar sowieso immer weiter ab, doch wenn wir sie zusätzlich dauerhafter Lärmbelastung aussetzen, beschleunigen wir diesen Vorgang enorm. Zum Schluss kann nur mehr ein Hörgerät helfen, um die Hörminderung auszugleichen. Doch auch ein Hörgerät kann Sprache und Geräusche nur verstärken: Beschädigte Sinneshärchen bleiben verloren.

Lärm und unsere Grenzen

Grundsätzlich können wir festhalten: Je höher die Lautstärke und je länger wir Lärm ausgesetzt sind, desto eher wird das Geräusch zum Gesundheitsrisiko. Die Schmerzgrenze liegt dabei zwar erst bei 130 Dezibel, doch der kritische Bereich bei längerer Exposition beginnt bereits bei einer Lautstärke ab 85 Dezibel, welcher in Clubs, bei Konzerten und mit Kopfhörern ständig erreicht bzw. überschritten wird. Mit moderner Technik kann man bei Konzerten sogar weit über 120 Dezibel liegen – dabei ist die Belastung für das Ohr genauso groß wie beim Start eines Düsenflugzeugs.

Auch so manche Kopfhörer erreichen eine Lautstärke von 110 Dezibel. Da die Lärmquelle hier so nah am Innenohr ist, ist das Risiko einer dauerhaften Hörminderung besonders hoch. Aus diesem Grund schreibt eine EU-Richtlinie seit 2013 vor, dass Abspielgeräte wie Smartphones Warnhinweise anzeigen, sobald sie einen Lautstärkepegel von 85 Dezibel überschreiten.

Achten Sie auf Warnzeichen

Ein typisches Warnzeichen für eine temporäre Lärmüberlastung sind Ohrgeräusche (Tinnitus) zum Beispiel nach Konzert- oder Clubbesuchen. Wenn die Geräusche häufig auftreten oder länger andauern, sollten Sie bald einen Termin beim HNO-Arzt vereinbaren.

Experten sind der Meinung, dass ein Lärmpegel von über 85 Dezibel, der für 8 Stunden täglich, fünf Tage die Woche (= 40 Wochenstunden) auf ein ungeschütztes Gehör einwirkt, ausreichend ist, um dieses dauerhaft zu schädigen.

Das klingt nach viel, doch Jugendliche, die mehrere Stunden am Tag unter Kopfhörern verbringen und am Wochenende ausgehen, kommen durchaus über diese Lärmintensität hinaus. Viele Jugendliche pflegen extreme Musikgewohnheiten. Schätzungen besagen, dass ungefähr zehn Prozent der Jugendlichen bereits an einer messbaren Hörminderung leiden.

Tipps:

  • Bleiben Sie bei Musikveranstaltungen nicht lange in der Nähe der Lautsprecher.
  • Gönnen Sie Ihren Ohren auf Veranstaltungen immer wieder Erholung in einem ruhigeren Bereich.
  • Tragen Sie auf Musikveranstaltungen am besten einen Gehörschutz, dieser reduziert in den für das Gehör schädlichsten Frequenzbereichen den Geräuschpegel um bis zu 30 Dezibel.
  • Hören Sie nicht zu laut und nicht zu lange Musik über Kopfhörer. Ein bis zwei Stunden bei moderater Lautstärke sind ideal.
  • Wenn Sie länger Musik genießen möchten, ist es empfehlenswert, über Lautsprecher zu hören, da hier die Schallquelle weiter vom Ohr entfernt ist.
  • Beachten Sie den Lautstärkeregler am Smartphone, hier wird meist der kritische Bereich angezeigt.
  • Legen Sie Lärmpausen ein – suchen Sie mindestens eine halbe Stunde pro Tag Stille.
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Veröffentlicht unter GESUNDHEIT, HÖREN

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